Wissen verankern

„Um Wissen zu verankern, braucht es Wissen und einen Anker.“

 

Klingt logisch! Ist doch klar! Wie denn sonst? Werden einige jetzt sagen. Aber ist es das wirklich? Wählen viele Dozenten nicht andere Wege?

 

Wenn Sie jetzt mal Revue passieren lassen…an wie viele Fortbildungen, Vorträge oder Unterrichtsstunden können Sie sich als Teilnehmer noch erinnern? Und worum ging es bei diesen Veranstaltungen? Und wie sehr haben Sie die Inhalte auf Grund dieser Veranstaltungen verinnerlicht? Wenn bei Ihnen jetzt der Prozentsatz immer weiter schrumpft, dann geht es Ihnen wie mir. An vieles, was ich hörte, kann ich mich nur noch ansatzweise erinnern.

 

Das ist schade. Denn wozu besuchen wir diese Veranstaltungen? Wenn ich zu einer Fortbildung gehe, dann erwarte ich, dass ich danach mehr weiß als vorher. Dass ich verstanden habe, worum es geht. Und ich erwarte, dass sich bereits in der Veranstaltung das vermittelte Wissen bei mir verankert. Andernfalls ist es für mich eine wenig lohnende Investition.

 

Aber wie kann man nun als Dozent, Trainer oder Lehrer dazu beitragen, dass sich das vorgetragene Wissen in den Köpfen der Teilnehmer verankert? Ja, auch die Teilnehmer haben eine Verantwortung, wenn es darum geht, sich Wissen zu erschließen und dieses zu behalten. Aber, wenn bereits derjenige, der für das Vortragen von Wissen verantwortlich ist, sich keine Gedanken darum macht, das Wissen in verständlicher Form aufzubereiten, wie soll dann überhaupt ein erster Transfer zum Gehirn stattfinden?

 

Wussten Sie, dass die Behaltensquote bei nur 20 % liegt, wenn man etwas lediglich hört? Wenn man es sieht, liegt sie schon bei 30 %. Werden hören und sehen kombiniert, steigt sie auf 50 %. Noch weiter steigen die Quoten, wenn man etwas selbst wiederholt oder selbst anwendet.

 

Wenn ich mir nun eine Vielzahl an Präsentationen angucke, stelle ich fest, dass auf den Punkt „sehen“ noch kein großer Schwerpunkt gelegt wird. Oft ist der bildlose Vortrag das Mittel der Wahl. Dabei wäre es ein einfacher Weg die Behaltensquote bei den Teilnehmern einer Veranstaltung zu erhöhen, wenn sie zusätzlich etwas sehen würden.

 

Bilder und Symbole können ein visueller Anker sein. Diejenigen, die mit dem Flipchart arbeiten, haben hier eine wunderbare Voraussetzung, um zu Visualisieren. Kleine Symbole, Farbe und eine gute Struktur können die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenken. Viele Trainer nutzen bereits die Möglichkeiten, die ein Flipchart in dieser Hinsicht bietet. Aber auch Firmen lassen auf ihren Events von einem Graphic Recorder ihre Veranstaltungen visuell begleiten. Das Bild, das entsteht wird oft als weitere Diskussionsgrundlage oder als Protokoll genutzt.

 

Protokoll? Ja! Was würden Sie denn lieber anschauen? Eine Textwüste oder ein Fotoprotokoll von der Veranstaltung als visueller Anker? Was meinen Sie, was würden Ihre Teilnehmer lieber anschauen?

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